Teleskoptreffen in den Alpen die ITT 2007
von Stefan Dylus



Zehn sonnige und warme Tage in Südfrankreich gingen für Tanja und mich zu Ende. Da die Wettervorhersage für Donnerstag, Freitag teils trockenes Wetter in den Alpen vorhersagte, beschlossen wir die letzten Urlaubstage auf dem ITT in Österreich zu verbringen. Für uns war es zwar ein Umweg, aber die Dolomiten und das schöne Kärnten entschädigten uns. Zuvor mußten wir allerdings durch das übelriechende Italien. Unzählige Mottfeuer kreuzten unseren Weg und schwelten vor sich hin. Erst am Gardasee begann sich der Smog aufzulösen. Der Tankinhalt reichte gerade noch bis zur ersten österreichischen Tankstelle. Hier kam Freude auf, da der Liter Diesel nur 1,06 Euro kostete, im Gegensatz zu Italien 1,22 Euro und Frankreich 1,15 Euro pro Liter. Als wir im Ort Greifenburg ankamen suchten wir einen Hinweis zur Emberger Alm, den wir nach kurzer Zeit auch fanden. Nun begann eine ca.12 km lange Serpentinenstrecke nach oben auf 1755m ü.M. Unser PS schwaches Womo mühte sich ein wenig. Immerhin war ein Höhenunterschied von ca. 1100m zu überwinden. Eine traumhafte Kulisse der Dolomiten und einige aufgestellte Teleskope begrüßten uns am Parkplatz der Alm. Jetzt mussten wir aber zuerst etwas Essen. Das Hungergefühl fuhr schon die letzten 300 km mit. Tanjas Kochkünste beendeten aber dieses fade Gefühl in der Bauchgegend.
Wolfi Ransburg bei der Astrofotografie
Gegen 20:00 Uhr schaute ich mal nach dem Wetter, huch da verschlug es mir für ein paar Sekunden die Sprache. Der Sternenhimmel hatte nahezu La Palma Qualität. Tanja und ich schauten uns eine Stunde die aufgestellten Teleskope an und natürlich durch. Die niedrige Temperatur zwang Tanja ins warme Wohnmobil zurück. Ich dagegen hatte meine dicke Daunenjacke an und konnte noch einige Zeit an einigen Teleskopen beobachten.
Der nächste Tag fing gleich mit Sonnenbeobachtung durch mein PST an. Das Wetter lud zu einem Spaziergang in der Umgebung ein, der dann mit einem Apfelstrudel am Alpenhof endete. Da wir ja ca. 10 Tage mit dem Wohnmobil unterwegs waren, hatte ich nur eine kleine Astroausrüstung dabei. Meine gute alte super Polaris-Montierung und ein Refraktor Vixen 80M, mit ein bißchen Zubehör. Es ist schon komisch, aber diese Kombination zog tatsächlich ein paar Astronachbarn an. Auch unser Autokennzeichen zeigte bei zwei Sternfreunden aus Weiler Interesse, da wir ca. 40 km auseinander wohnen. Die Sonne verschwand hinter den Bergen und wir beschlossen heute mal nicht zu kochen, sondern im Alpenhof Essen zu gehen. An dieser Stelle muß ich erwähnen, daß meine Mutter die besten Kässpatzen der Welt macht! Na ja aber leise gesagt, die Kässpatzen, die ich im Alpenhof gegessen hatte, waren noch besser. Aber still, daß braucht meine Mutter ja nicht wissen.
Der Sternenhimmel machte sich wieder breit. Leider wurde es von Stunde zu Stunde immer diesiger bis es ganz zuzog. Mit ein paar Gleichgesinnten konnte ich mich noch über Astrofotografie austauschen. Dann war es aber auch für mich Zeit ins Bett zu gehen.

"Hilfsarbeiter" Markus Ludes am Stand von Teleskop-Service
Nachts prasselte plötzlich der Regen auf unser Dach. Am Samstagmorgen sahen wir in viele enttäuschte Gesichter, da es immer noch regnete. Die österreichische Wettervorhersage meldete aber für den Abend Besserung. Dennoch beschlossen Tanja und ich die Heimfahrt anzutreten, da wir eh am Sonntagmorgen fahren wollten und noch allerlei daheim erledigt werden musste.
Die ITT kann ich auf jeden Fall wärmstens empfehlen. Die Aussicht, das Essen und die Menschen waren einfach nur super.

Der Verlierer der ITT. Er hatte in den wenigen Tagen nicht viel zu tun, da jeder sein eigenes Teleskop dabei hatte.


Fotos/Bericht ©2007 Stefan Dylus/GfW