2. Deutschlandweiter
Astronomietag 2004
von Alfred Jenkel und Stefan Dylus

Da der Astronomietag im vergangenen Jahr sehr gut angekommen ist, hatte ich mich entschlossen, dieses Jahr wieder daran teilzunehmen. Allerdings waren Tanja und ich letztes Jahr durch die Menschenmassen doch ein wenig überfordert gewesen. So traf es sich gut, dass ein Vereinsmitglied, Herr Alfred Jenkel, zu diesem Termin einen 14-tägigen Urlaub bei uns im schönen Allgäu verbrachte. Als ich ihn telefonisch gebeten hatten, die komplette Astro-Ausrüstung mitzunehmen, war er am Anfang etwas zögerlich. Doch als der Tag der Abreise von seinem Heimatort Bonn nahte, war das Auto dann doch noch mit seiner stattlichen Ausrüstung bepackt. Einem C8, einer GP-Montierung inkl. Stativ, einem Sternjäger (Spektiv mit 80mm Öffnung, 400mm Brennweite), einem Mijauchi-Fernglas, div. Zubehör, Wanderausrüstung und Klapprad.

Im Vorfeld hatte ich schon beim Eisstockschießplatz nachgefragt, ob der Platz am Samstagabend frei ist und benutzt werden kann. Anschließend wurde die VdS und das Allgäuer-Anzeigeblatt verständigt. Leider war das Wetter bis zum Astronomietag total schlecht. Ich hatte schon die schlimmsten Befürchtungen. Doch ein Tag vor dem großen Ereignis zeigte sich die Sonne an einem strahlendblauem Himmel. Leider musste ich dann am Astronomietag bis 18:00 Uhr arbeiten, so fiel die geplante Sonnenbeobachtung ins Wasser. Das Wetter war jedoch perfekt. Nach Arbeitsende fuhr ich dann gleich zum Tennispark, stellte noch ein paar große Hinweisschilder auf und begann mit Alfred der schon eingetroffen war den Aufbau. Zuerst mußten allerdings die Laternen in der Umgebung noch mit Müllsäcken abgedeckt bzw. abgebaut werden.
Aufgestellt wurde außer Alfreds Ausrüstung noch mein C-11 mit einer Losmandy- Montierung und ein Vixen 80M auf einer SP-Montierung. Alfred präsentierte dann gleich ein paar erstaunten Passanten den untergehenden Mond.

Vor dem großen Ansturm machte Tanja dann noch schnell zur Stärkung ein Abendessen - frische Weißwürste mit Brezen. Dann dauerte es nicht lange und die ersten Neugierigen trafen ein. Wir hatten ja an alles gedacht und genügend optisches Gerät vor Ort. So konnten die Leute im C-11 den Ringnebel M57 und anschließend im C-8 den hellen Kugelsternhaufen M13 bewundern. Die Milchstrasse wurde auch immer extremer sichtbar, und zum Highlight von Alfreds Mijauchiglas. Immer mehr Menschen kamen und hörten uns aufmerksam zu, und sahen durch die Teleskope, wo abwechselnd verschiedene Objekte eingestellt wurden. Leider gab es trotz langer Vorbereitung Pannen. So bemerkte ich als ich wieder M57 im C-11 einstellte, dass der Ringnebel kaum zu erkennen war. Obwohl am Tubus eine Taukappenheizung angeschlossen war, war die Schmittplatte beschlagen.Des Rätsels Lösung war ein kaputter Stecker. Um das Teleskop wieder einsatzfähig zu machen, benötigten wir ein Föhn, den wir leider nicht dabei hatten. Der letzte Ausweg war das 50m entfernte Sport-Vereinsheim "1860", wo ich ein lustigen Stammtischabend vorfand. Und wie der Zufall es wollte hatte einer einen kleinen Föhn dabei, Strom hatten wir zum Glück vor Ort.

Gegen Mitternacht war nur noch der harte Kern anwesend der sich an den Plejaden erfreuen durfte. Als die letzten Besucher gegangen waren, packten wir unsere Sachen zusammen und gaben den nahegelegenen Lampen ihr Licht zurück. Unsere Bilanz waren ca. 60 neugierige Personen.

Fotos ©2004 Alfred Jenkel & Stefan Dylus/GfW

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